Die Gemüter kochen hoch in der Debatte “Pro / Kontra Aufführungsverbot” des sogenannten Films: “Innocence of Muslims”, auch in der, meiner, Piratenpartei. Der als “anti-islamischer Schmäh-Film” bezeichnete Film ist offenbar geeignet, anti-islamische Hetze zu transportieren, da er den Propheten Mohammed schlecht machen soll. Trailerteile kursieren im Internet, es kam zu Gewaltausbrüchen in einigen Ländern und die rechtspopulistische “Pro Deutschland” - Partei möchte den Film gerne in ganzer Länge zeigen, Argument: Schutz der Meinungsfreiheit.
- Teile der Partei möchten die Zornwellen besänftigen, deeskalierend wirken, die Menschenrechte von Muslimen schützen, zu einem Rückgang der Gewalt beitragen und das Aufführungsverbot (auch weil es ein Zeichen gegen rechts setzen soll) unterstützen.
- Andere halten es für die libertäre Piratenpartei unumgänglich, sich auch hier hinter die Meinungsfreiheit zu stellen.
Es stehen sich also Grundrechte gegenüber (Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit), in außerdem einer politisch eskalierende Situation, die bereits zu vielen Verletzten und Toten geführt hat.
Es geht aber eigentlich erstmal darum die Fakten zu klären!
1. Es häufen sich die Hinweise, dass die Schauspieler über die Art und Weise, wie der Film herausgearbeitet werden sollte, getäuscht worden sind (Anna Gurji in der heutigen Huffington Post). Es sollte ein satirisches Werk entstehen, namens “Desert Warrior”, keinesfalls ein anti-islamischer Hetz-Film, so die Schauspielerin. Der Film wurde offenbar in erheblichem Maße nachsynchronisiert, umgeschnitten und umbenannt. Auch die Motive des Produzenten des Filmes sind nicht eindeutig. Solang diese Fakten nicht geklärt sind, sind es die Persönlichkeitsrechte der SchauspielerInnen, etwa das Recht am eigenen Bild, die es zu bewahren gilt. Diese Menschen sind in einigen Ländern ihres Lebens nicht mehr sicher und auch eine Einreise nach Deutschland könnte dann für sie gefährlich werden (Artikel im focus).
Bis diese Faktenlage nicht lückenlos geklärt ist, darf dieser Film nicht gezeigt werden!
2. Es ist unklar, ob “Pro Deutschland” wirklich über den Film in ganzer Länge verfügt. Angeblich soll es sich um mehrmals aneinandergeschnittene Trailerteile handeln.
Wenn der Film eigentlich ursprünglich ein satirisches Machwerk war, ist zu analysieren, ob es eine liebevolle Satire, wie etwa “Das Leben des Brian” von uns verstanden wird, sein sollte, oder eine hasserfüllte Satire, mit boshafter Zielsetzung war .
Empfehlung: Vielmehr Sinn würde es für uns als Piratenpartei ohnehin machen, den Film keinesfalls unkommentiert in den Kinos zeigen zu lassen, sondern in wissenschaftlich-politischen Rahmen, wie es Jörg Fries, Leiter des Zeughauskinos in der TAZ von heute empfiehlt. Das könnte partei-intern passieren oder öffentlich. Jedenfalls könnte man islamische und christliche Gelehrte, wie beispielsweise Religionswissenschaftler dazu einladen, Geistliche aus beiden Kulturen, Menschen die viel Distanz zu beiden Gefilden haben, etc. Dies sollte in einem moderierten Rahmen passieren.
Daher hier meine LiquidFeedback-Alternativ-Ini, bitte unterstützen!