<> Jenny Louise Becker, No more Little Boys - Hiroshima- und Nagasakitag, 6. August 2012
No more Little Boys - Hiroshima- und Nagasakitag, 6. August 2012 
anlässlich des Hiroshima- und Nagasakitags 6. August 1945 ein Filmtipp 
Barefoot Gen  (ganz großes Kino, von Preisen überhäuft)
& Videokunst von Isao Hashimoto (Überraschung: wieder ein Künstler aus Japan)
* Barefoot Gen
http://www.youtube.com/watch?v=d5IZwi1sFp8 
(Full Movie, English Dub)
* A Time-Lapse Map of Every Nuclear Explosion Since 1945
(by Isao Hashimoto)
http://www.youtube.com/watch?v=LLCF7vPanrY
Have *fun*

Schauen wir auf den Nahen Osten droht einer ganzen Region ein neuer Feuersturm: der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert, wohlmöglich intervenieren ausländische Truppen, es droht weiterhin ein Militärschlag gegen Iran, der palästinensisch-israelische Konflikt bleibt ohne Lösungsansätze, und was aus dem arabischen Frühling, der so hoffnungsvoll begann, weiter wird, ist nicht abzuschätzen.

Dabei ist das nur eine einzelne friedlose Region unserer Welt von heute. Gerade hier in Deutschland ist es für uns als bewusste und sensible Bürger unerlässlich, uns für eine Kultur des Friedens und ohne atomare Gefahren einzusetzen. Bislang haben selbst schlimme Ereignisse nicht als nachhaltige Zäsur gewirkt und den Weg zu Frieden und Schonung der natürlichen Ressourcen geebnet.


Nehmen wir die Atomenergie. Wenig mehr als ein Jahr nach dem GAU der Atommeiler in Fukushima werden in Japan Atomkraftwerke wieder angefahren. Und mehr: Nach Angaben der World Nuclear Association denken mehr als 45 Staaten über den Einstieg in diese Technologie nach. Das könnte die Atomenergiegewinnung bis 2030 weltweit fast verdreifachen. Die Gefahren der Atomenergieerzeugung bestehen für die Zukunft weiter.

Das erinnert uns an die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, die zu mehreren zehntausend Soforttoten führten. Auch diese schrecklichen Folgen haben nicht dazu geführt, dass Atomwaffen im Interesse der Menschheit verschwanden. Die Gefahren der Atomwaffen bedrohen die Menschheit weiter.

Denn: Eine wirkliche Abrüstung ist nicht zu erkennen. Alle Atomwaffenstaaten, legale wie “illegale”, modernisieren ihre Atomwaffen und Trägermittel. Sie erzeugen Waffensysteme für alle denkbaren Kriegsszenarien. Die Modernisierung schafft eine neue Generation von Atomwaffen, ein weiterer weltweiter Rüstungsschub nimmt seinen Lauf.

Befördert wird der Wettlauf durch die USA, weil diese zusätzlich auf ihr Projekt eines weltumspannenden Raketenschilds bestehen. Russland und China testen demonstrativ die Langstreckenkapazität ihrer Raketen. Eine solche globale Spannungslage hat Folgen für andere Konflikte. Sie führt z.B. dazu, dass der syrische Bürgerkrieg den Charakter eines Stellvertreterkrieges angenommen hat.

Das Zusammenspiel des fortgeführten atomaren Rüstungswettlaufs und des weltweiten Ausbaus der Kernenergie lässt befürchten, dass weitere Akteure durch zivile Nukleartechnologie ihren Zugriff auf die Atombombe sichern wollen. Wer Uran anreichern und Plutonium aus Brennstäben separieren kann, dem steht technisch der Weg offen, auch Bombenmaterial herzustellen. Insofern ist auch Deutschland in der Lage, Atomwaffenmacht zu werden.

Eine Atombombe muss nicht einmal von hoher technologischer Reife sein. Selbst eine “schmutzige Bombe”, die radioaktives Material weit verstreut, ist eine riesige Gefahr für Mensch und Umwelt. Die IPPNW hat immer wieder darauf hingewiesen.

Wenn Deutschland U-Boote nach Israel verkauft, die als Trägersysteme für Atomwaffen dienen können, oder Leopard-Panzer an Saudi Arabien liefert, ist unser Land Teil des Rüstungswettlaufs. Die Exporte eskalieren die Lage in der Region. Deswegen fordert die IPPNW neben einem generellen Verbot aller Waffenexporte gerade jetzt einen sofortigen Stopp der Lieferungen in den Nahen Osten.

Matthias Jochheim, IPPNW
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